12. Inländerstammtisch: Wie funktioniert Integrationspolitik im Bezirk?

Beim 12. Inländerstammtisch der SPD Bergedorf ging es am 27. September 2011 um die Frage: „Wie funktioniert Integrationspolitik im Bezirk?“ Das diskutierten knapp 50 Interessierte mit und ohne Migrationshintergrund beim türkischen Dorfverein AKD am Oberen Landweg mit Bergedorfs Bezirksamtsleiter Arne Dornquast und dem Integrationsbeauftragten Jorge Birkner. Im Zentrum stand die Frage, ob erfolgreiche Integrationspolitik vor Ort eine fachliche und hauptamtliche Unterstützung durch die Verwaltung in den Bezirksämtern braucht?

Bezirksamtsleiter Arne Dornquast, Integrationsbeauftragter Jorge Birkner und Simone Gündüz vom Inländerstammtisch

Bezirksamtsleiter Arne Dornquast, Integrationsbeauftragter Jorge Birkner und Simone Gündüz vom Inländerstammtisch

Die Frage beantwortete Dornquast mit einem klaren Ja! In Bergedorf konzentriere man sich auf das „wahre Leben“ und schätze die kulturelle Vielfalt. Doch ein Integrationsbeauftragter sei nötig, um Netzwerke zu schaffen, Begegnungen zu ermöglichen und Verbindungen zwischen den Migrantenvereinen herzustellen. Dazu bedürfe es eben einer Anlaufstelle im Bezirksamt. Dass dies sinnvoll sei, habe auch der Dialog der Kulturen gezeigt. Langfristig sei es zwar das Ziel, dass eine solche Stelle überflüssig werde, doch so weit sei man noch lange nicht. Deshalb werde er sich dafür einsetzen, dass die Stelle des Integrationsbeauftragten erhalten bleibe. Dazu müsse er aber in Bürgerschaft und Senat dicke Bretter bohren und diesen klar machen, dass nur vor Ort das Wissen da sein, um den Migranten eine bürgernahe Ansprechperson zur Verfügung zu stellen, die auch ein Zeichen des Respektes und der Wertschätzung für unterschiedliche Lebensgeschichten sei. Im übrigen müsse auch der Anteil der Migranten in der Verwaltung erhöht werden.

Das bunt gemischte Publikum aus Einheimischen und Migranten

Das bunt gemischte Publikum aus Einheimischen und Migranten

Jorge Birkner betonte, dass man in Bergedorf nicht über, sondern mit den Migranten rede. Durch die engmaschige Trägerlandschaft biete Bergedorf sehr gute Voraussetzungen dafür. Es gehe darum, eine Willkommenskultur und Begegnungen zu schaffen. Der Bergedorfer Dialog der Kulturen zeige, dass dies möglich sei, hätten sich doch da Migranten und Einheimische die Waage gehalten. Und natürlich brauches einen Ansprechpartner im Bezirksamt, denn „unser Vorteil ist der Briefkopf“. Dadurch fühlten sich die Menschen ernst genommen.

In der anschließenden Diskussion waren sich alle einig, dass die Stelle des Integrationsbeauftragten erhalten bleiben müsse und es mehr Dialog und Begegnungen geben müsse. Notwendig sei auch eine Änderung des Staatsbürgerschaftsrechtes mit Abschaffung des Optionszwanges. Dornquast zeigte sich ob der sachlichen Diskussion sehr erfreut, denn sie zeige, wie wichtig es sei, dass Migranten und Einheimische miteinander reden, und wie bunt und vielfältig Bergedorf sei. Das habe der Inländerstammtisch mal wieder bewiesen, den Dornquast als „inspirierende Veranstaltung“ bezeichnete.

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